|
|
|
Die nachfolgende Analyse beschäftigt sich mit der im Rahmen der Stadtentwicklungsplanung relevanten Thematik Freizeit und Erholung im Nahbereich, d. h. den Potenzialen und Möglichkeiten, die sich im Siedlungs- und Gemarkungsbereich der Stadt Lorsch bieten.
Der Themenbereich Freizeit und Erholung beinhaltet eine Betrachtung der Situation auf zwei Ebenen, die zum Teil thematische Vernetzungen aufweisen. Zum einen ist der Freizeit- und Erholungswert der Stadt für die Bürger der Stadt zu untersuchen, zum anderen ist die Attraktivität der Stadt für Besucher sowohl aus dem unmittelbaren Umkreis als auch darüber hinaus zu beurteilen. B 7.1 Die Potenziale der StadtDie Stadt Lorsch verfügt über ein umfangreiches und recht vielfältiges Potenzial an Freizeit- und Erholungseinrichtungen, bzw. an Angeboten zur Freizeitgestaltung für alle Altersgruppen. Darüber hinaus bietet die Stadt für Besucher attraktive Anziehungspunkte:
Aufgrund der zahlreichen Potenziale kann der Freizeit- und Erholungswert der Stadt bereits heute als relativ hoch eingestuft werden. Ein Defizit liegt somit weniger in der Ausstattung der Stadt mit Einrichtungen oder dem Angebot an Aktivitäten, obgleich im Einzelfall auch in diesem Bereich Verbesserungen möglich sein können, sondern vielmehr in der Vernetzung der einzelnen Angebote und Einrichtungen untereinander sowie teilweise im mangelnden Bekanntheitsgrad. B 7.2 Ergebnisse der Bestandserfassung Grünflächenkonzept
B 7.2.1 Grünstrukturen im Siedlungsbereich der Stadt LorschInnerstädtische Grünstrukturen prägen den Erholungswert der Stadt und beeinflussen das Stadtbild in nicht unerheblichem Maße. Nachfolgend werden die Grünstrukturen der Stadt Lorsch im Kontext einer ganzheitlichen Stadtentwicklungsplanung untersucht. Im Stadtgebiet der Stadt Lorsch finden sich insgesamt drei Grünzüge, die im Kontext der Stadtentwicklungsplanung von Bedeutung sind. Dazu gehört zunächst der Grünbereich entlang des östlichen Siedlungsrandes, im Verlauf des ehemaligen Landgrabens, der in Teilbereichen verrohrt ist bzw. verfüllt wurde. Weiterhin gibt es eine Kettung von Grünbereichen in der Achse Königshalle - Altenmünster, die jedoch durch die differierenden Nutzungsbelegungen (Kleingärten, Klosterpark) nicht erlebbar werden. Zuletzt ist die vom westlichen Siedlungsrand bis zur Werner-von-Siemens-Schule verlaufende Waldzäsur zu nennen. In Teilbereichen finden sich Grünzäsuren, denen weniger ein vernetzender als vielmehr ein trennender Charakter zukommt. Hierzu gehört die Zäsur in der Kastanienallee, welche die nördlich liegenden Wohnbauflächen von den südlich angrenzenden gewerblichen Nutzungen separiert. Spielplätze als erlebbare grüne Inseln liegen im ganzen Stadtgebiet verteilt, während die Sport- und Freizeitanlagen tendenziell in Randlage positioniert sind. Am westlichen und südlichen Siedlungsrand wirken sich die an das Siedlungsgebiet angrenzenden ausgedehnten Waldflächen stadtbildprägend aus, bei denen es sich zum Teil um in besonderem Maße geschützten Bannwald handelt. Eine detailliertere stadtteilbezogene Beschreibung der Grünstrukturen liefert das Grünflächenkonzept der Stadt Lorsch: Das Neubaugebiet Viehweide im Norden von Lorsch wurde erschließungstechnisch im Jahr 2000 fertig gestellt. Dementsprechend ist der vorhandene Baumbestand im ganzen Gebiet am Anfang seiner Entwicklung. Im öffentlichen Straßenraum sind die Möglichkeiten zu Baum-pflanzungen ausgeschöpft. Die Bewertung der Grünausstattung in diesem Stadtteil ist nicht abschließend möglich, da sich das Gebiet noch in der Entwicklung befindet und abzuwarten ist, wie sich die Grünausstattung in den nicht öffentlichen Bereichen (Vorgärten) entwickeln wird. Westlich der Einhäuser Landstraße ist eine Verbesserung des Grünanteils anzustreben, wobei dort im Vorfeld von Anpflanzungen Straßenbaumaßnahmen im Bereich der Straße In der Wolfshecke wünschenswert sind. Zwischen Bensheimer Straße und Nibelungenstraße ist die Grünausstattung, mit Ausnahme der Bahnhofstraße und dem östlichen Teil der Lindenstraße, bei allen Straßen mit gering zu bewerten. Teilweise ist in den Straßen dieses Planungsabschnittes kein Grün vorhanden. Die geringe Durchgrünung resultiert aus der Bebauung bis an den Straßenrand. Diese Bebauungsweise setzt sich auch weiter in Richtung Süden fort, wobei hier die Hauptverkehrsstraßen, wie die Kriemhilden- bzw. die Heppenheimer Straße, einen guten Baumbestand besitzen. Östlich der Hirsch-, später Seehofstraße, und südlich der Friedensstraße fällt die Durchgrünung der Straßenzüge besser aus, da die dortigen Vorgärten zu einer Aufwertung des Grünbestandes beitragen. Südlich der Friedensstraße und östlich der Seehofstraße erfolgte die Bebauung in Teilbereichen ebenfalls so, dass zwischen der Straße und den Gebäuden kein Raum für Anpflanzungen vorgesehen wurde, allerdings befinden sich in diesem Teil der Stadt Lorsch auch Straßen mit einer mittleren bis guten Grünausstattung. Ein wichtiger innerstädtischer Gehölzbestand ist der Grünzug zwischen dem Tierpark und der Seehofstraße. Dieser Mischwaldbestand ist unbedingt zu erhalten, da er stark von Spaziergängern genutzt wird und als Verbindungsachse zwischen der Mannheimer Straße und der Seehofstraße dient. B 7.2.2 Grünstrukturen im siedlungsrelevanten Außenbereich - die OrtsränderDer zukünftige Ortsrand Daubhart befindet sich nördlich des geplanten Gewerbegebiets ent-lang der L 3111. An diesem geplanten Ortsrand ist ein Defizit an Grün, um die geplante Be-bauung in die Landschaft einzubinden. Dieses gilt ebenfalls für den nördlichen Teil des Ortsrandes Autobahnkreuz, entlang der westlichen Grenze des Gewerbegebietes Daubhart. Im Bereich des Ortsrandes Autobahnkreuz besteht zwischen der Nibelungenstraße und der Bensheimer Straße ein mittlerer Durchgrünungsgrad, der aufgrund der dortigen gewerblichen Bebauung und der vorhandenen Begrünung nicht weiter aufgewertet werden kann. Der Ortsrandbereich Birkengarten, der sich zwischen der Nibelungen- und der Mannheimer Straße befindet wird mit gut bewertet. Der Übergang zwischen dem Siedlungsrand und der offenen Landschaft ist durch die hier vorhandenen Kiefern geprägt, die sich zum Teil auch im Siedlungsbereich befinden. In diesem Grünzug befinden sich verschiedene Freizeit- und Naher-holungseinrichtungen. Im Lagerfeld wurde die Grünausstattung in die mittlere Bewertungsstufe eingeordnet, da sich dort großflächige landwirtschaftlich genutzte Flächen befinden, die entweder im Osten von der Bebauung des Gewerbegebietes und im übrigen Bereich von Waldflächen eingegrenzt werden. Die Grünausstattung des südlichen wie auch des süd-östlichen Stadtrandes ist mit gut zu bewerten, da dort Waldflächen bzw. Hecken an die Bebauung angrenzen und eine gute Einbindung des Ortsrandes in die Landschaft bewirken. Der südöstliche Ortsrandbereich weist einen mittleren Durchgrünungsgrad auf, der auf die Bepflanzung am verrohrten Landgraben zurückzuführen ist. Die östlich angrenzenden Flächen sind landwirtschaftlich genutzt und lassen somit derzeit keine Bepflanzung zu. Im Bereich des Klosters, am Ortsrand Klosterfeld, wird die dortige Grünausstattung mit gut bewertet, da sich dort die Odenwaldallee mit ihrem alten Baumbestand befindet. Entlang des verrohrten Verlaufes des Landgrabens befinden sich Bäume, Sträucher und Hecken, die zu dieser guten Einstufung führen. Die Nibelungenstrasse weist eine mittlere Grünausstattung auf, hier sind ergänzende Baumpflanzungen vorgesehen. Am Nordrand des Klostergeländes sollte die Gestaltung der Nibelungenstrasse auf die Planungen der Klosterverwaltung abgestimmt werden. Hier kann durch eine offene Gestaltung des Überganges Straßenraum-Klostergelände eine Aufwertung des öffentlichen Straßenraumes erzielt werden ohne den Verkehrsraum und Parkraum einzuschränken. (Stadt Lorsch, Erläuterung Integration Grünflächenkonzept, Bearbeitung Eiling Ingenieure, Heidelberg, 2001). |


