
Das Kloster Geghard in Armenien
Man muß also etwas tiefer in die Geschichte beider Orte eindringen, um fündig zu werden: Geghard und Lorsch sind für die "sakrale Geographie" Ihrer näheren und weiteren Umgebung sehr wichtige Orte gewesen - Lorsch als kulturelles Zentrum im frühmittelalterlichen Europa, Geghard als eines der wichtigen religiösen Zentren der Christianisierung Armeniens im frühen vierten Jahrhundert. Beide Klöster verdanken einen wesentlichen Teil ihrer Entwickung dem Besitz bedeutsamer Reliquien, die hier wie dort zur Entstehung größerer Grundherrschaften geführt haben.
Mehr zur Geschichte des Klosters Geghard in Armenien.
Es lassen sich noch einige weitere Bezugspunkte anführen; am wichtigsten ist sicherlich das gemeinsame christiliche Erbe und der ideelle Bezug zu den Anfängen des Christentums, wie sie sowohl für Lorsch als eben auch für Geghard wichtig gewesen sind.
Weitere Infos finden Sie auf der Homepage des Kosters Lorsch.
Am 2. Juni 2002 fand in Lorsch mit der Unterzeichnung einer Partnerschaftserklärung die erste Verschwisterung zweier Weltkulturdenkmäler ihren krönenden Abschluß.
Nach etwas weniger als einem Jahr der Vorbereitungen war damit weltweit der erste Grundstein für eine internationale Kooperation zweier Welterbestätten gelegt. Die Initiative dazu war vom Kuratorium Weltkulturdenkmal Kloster Lorsch ausgegangen.
Viel mehr Gemeinsamkeiten als den Welterbestatus scheint das Kloster Lorsch mit dem armenischen Kloster Geghard - zumindest auf den ersten Blick - nicht zu verbinden. Geghard wurde im vierten, Lorsch im achten Jahrhundert gegründet, Geghard ist eine fast vollständig erhaltende Klosteranlage aus dem 13. Jahrhundert, in Lorsch kann man außer der karolingerzeitlichen "Königshalle" und dem Torso der romanischen Klosterkirche, kaum mehr etwas von der einst gewaltigen Anlage sehen.


