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Der Magistrat der Stadt Lorsch unterstreicht seine Haltung zur ICE-Trasse

Ausgelöst durch die unterschiedlichen Haltungen der Fachstellen, der Politik und des Naturschutzes zur ICE-Trasse waren in jüngster Zeit vielfältige Meinungen in der Presse zu lesen. Man konnte gar annehmen, dass die Trassenführung ohne Lorsch entschieden würde. Besonders deutlich wird dies an der Haltung des Forstes, der die Trassenvariante auf der Ost-Seite der Autobahn propagiert, was für Lorsch der "Supergau" wäre, wie der Lorscher Bürgermeister Klaus Jäger es darstellt.

 

Der Magistrat der Stadt Lorsch sieht sich deshalb gehalten, öffentlich Position zu beziehen und die Haltung der Stadt deutlich zu machen. Lorsch hat die Meinung vertreten, dass die Ergänzung der Bahnverbindungen für die Region durchaus sinnvoll ist. Allerdings muss die Trassenführung für Mensch und Natur verträglich gestaltet werden und dazu gehört es unabdingbar, dass in bergmännischer Bauweise ein langer Tunnel gebaut wird, der bei Langwaden beginnt und hinter Lorsch, auf Höhe des sogenannten "Lampertheimer Gscheids" endet. Auf Höhe von Lorsch muss die Trassenführung zudem westlich der Autobahn liegen. Dies gilt erst recht, wenn der Tunnel verkürzt werden sollte. Jegliche andere Variante wird abgelehnt und muss verhindert werden.

 

Lorsch ist von einem überregionalen Straßennetz umgeben. Dazu gehören zwei Autobahnen, zwei Bundesstraßen und zwei Landes- und eine Kreisstraße. Ebenso sind verschiedene kleine und große Flughäfen in engeren und weiteren Region angesiedelt. Hierdurch hat Lorsch zweifellos Standortvorteile. Aber wir dürfen auch die Umwelteinflüsse nicht übersehen, die von diesen Verkehrseinrichtungen ausgehen. Daher muss die Stadt Lorsch in Verbindung mit anderen Partnern bei ihrer Forderung bleiben, dass sie ICE-Neubaustrecke so menschen- und naturverträglich wie irgend möglich ausgerichtet wird. Eine Trassenvariante auf der Ostseite der A 67 in Höhe von Lorsch wird deshalb entschieden abgelehnt. Insbesondere basiert diese ablehnende Haltung auf dem Güterverkehr, der nachts über diese Strecke geführt werden soll.  

 

Berechnungen gehen davon aus, dass zwischen 0.00 Uhr nachts und 5 Uhr morgens bis zu 60 Güterzüge die Strecke nutzen könnten, was alle 5 Minuten ein Zug bedeuten würde, der den Schlaf der Lorscherinnen und Lorscher nicht mehr ungestört zulassen würde. Nahe am Wald wohnend müsste man nachts die Fenster verschlossen halten, da bekanntlich das Ohr das einzige Organ ist, das nie schläft und auf jeden Ton reagieren wird.

 

Der Arbeitskreis, der auf Kreisebene besteht und dem die Kommunen Bensheim, Lorsch, Einhausen, Viernheim und Lampertheim, sowie die Naturschutzverbände angehören, hat sich auf eine möglichst lange Bündelung der ICE-Neubaustrecke westlich der A 67 geeinigt, und zwar mindestens ab dem Gewebegebiet „Dieterswiese“. Diese Variante ist auch Konsens mit dem ICE-Forum Rhein-Neckar in Mannheim. Dies gilt auch für die Forderung eines langen bergmännischen Tunnels.

 

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Stadt Lorsch, Tel: +49-6251-5967-0, Fax: +49-6251-5967-100, e-Mail: info@lorsch.de