Der Familienabend der Freiwilligen Feuerwehr setzte die gute Tradition unterhaltsamer und gewohnt niveauvoller Aufführungen fort. Seit über 50 Jahren unterhalten die Brandschützer einmal im Jahr die Mitbürger mit einem eindrucksvollen und abwechslungsreichen Programm. Mittlerweile ist die Kartennachfrage so stark angestiegen, dass die Vorstellungen an drei aufeinander folgenden Abenden aufgeführt werden. Insgesamt sahen über 1000 Zuschauer das diesjährige Programm.

Die Mitwirkenden bereiten sich in unterschiedlichen Gruppen auf ihre Auftritte vor. Neben der Theatergruppe gibt es die kleinen und großen "Odinas", die "Comedians" und das Tanz- und Showballett "Feetback". Alle Akteure sind in der Feuerwehr aktiv oder mit dieser familiär unmittelbar verbunden. Teilweise wirken drei Generationen einer Familie am Programm mit.
"Es kommt schon vor, dass die Oma im Theater mitspielt, die Tochter im Ballett tanzt und die Enkelin bei den kleinen "Odinas" aktiv ist", so Franz-Josef Schumacher in seiner kurzen Begrüßungsrede.
Den Familienabend beschrieb der Wehrführer als kleines Dankeschön an die Mitbürger, die die Feuerwehr stets unterstützen. Im Anschluss an das Theaterstück traten die kleinen "Odinas" mit ihrer geturnten James Bond-Persiflage auf. Mit Trampolin, Bankkästen und dicken Gummimatten führten die Mitglieder der Jugendfeuerwehr im Stile eines Turnvereins rasante und waghalsige Sprünge vor. Die Schnelligkeit, mit der die Jugendlichen trotz des sehr kurzen Anlaufs ihre Stunts durchführten, war beeindruckend.
Straßensperrungen thematisiert
Die großen "Odinas" boten danach gemeinsam mit den Comedians eine Parodie auf die Historie der Klosterstadt. Neben Römern und Germanen, Cäsar und Karl dem Großen trat schließlich ein Archäologe aus Mecklenburg-Vorpommern auf. Die hohe Dichte an Sportwettkämpfen im Lorscher Veranstaltungskalender, die die Sperrung von ganzen Straßenzügen zur Folge haben, wurde dabei ebenso aufs Korn genommen wie die Stadt-Wettkämpfe zwischen Heppenheim, Lorsch und Einhausen.
Im Beisein Cäsars wurde in Anspielung auf die heutigen Drei-Städte-Spiele ein römisches Wagenrennen veranstaltet. Karl der Große gelangte nur mit Verspätung zum Kloster, da ihm der Wochenmarkt den direkten Zugang versperrte und er einer Umleitung folgen muss. Fünf singende Mönche erklärten ihm diese Besonderheit als Normalität.
Unter den kritischen Augen des Archäologen förderten Arbeiter schließlich allerlei Kurioses auf dem Gelände des Klosters zutage, darunter auch die Lorscher Kulturachse. Tolle Kostüme und gelungene Wortspiele zeichneten die einzelnen Sketche aus.

Der Höhepunkt des Abends war der Auftritt des Showballetts. Die 15 Frauen und zehn Männer gaben ein imposantes Bühnenbild ab. Der Tanz mit dem Motto "All about Rock" handelte im Rockermilieu: Die Frauen trugen schwarze Kleider mit schwarz-grünen Irokesen-perücken, die Männer tanzten in schweren Leder-westen.
Der Tanz begann mit einem Verkehrsunfall und endete mit einem Liebespaar. Mit der Zusammenstellung von Rockklassikern hatten die Tänzer bereits im März vergangenen Jahres begonnen. An der Choreographie der musicalartigen Tanzszenen wurde seit Juli gearbeitet. Der Aufwand hat sich gelohnt: das Publikum in der ausverkauften Nibelungenhalle war begeistert.
Die mitreißende Darbietung inspirierte etliche Gäste, nach dem Abschluss des offiziellen Teils unter der musikalischen Begleitung des Duos "Take Two" selbst das Tanzbein zu schwingen. Andere zogen sich in die stilvoll hergerichtete Bar zurück und ließen den Abend in ruhender Haltung ausklingen.
© Text und Bild: Bergsträßer Anzeiger 11.01.2010