Neun Landkreise und die Stadt Darmstadt beteiligen sich an der Kampagne gegen häusliche Gewalt
Zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25.11) gibt es in 2009/2010 erstmals eine hessenweite Kampagne gegen häusliche Gewalt.
Im Kreis Bergstraße schon zweimal erprobt, konnte die Brötchentütenaktion „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“ erneut ausgeweitet werden.
Mit Hilfe der Landesarbeitsgemeinschaft Hessischer Frauenbüros, den lokalen Netzwerken gegen häusliche Gewalt und den einzelnen Bäckerinnungen werden vom 21.-28.11.2009 in neun

hessischen Landkreisen und einer kreisfreien Stadt knapp 700.000 Tüten mit dem Aufdruck „Gewalt in der Familie ist keine Privatsache“ und den lokalen Beratungsstellen verteilt.
Begleitet von weiteren Aktionen vor Ort wollen die Akteurinnen das Thema aus der „Dunkelzifferzone“ holen, auf bestehende Hilfsangebote aufmerksam machen und vor allem noch mehr Menschen erreichen.
“Nachdem wir letztes Jahr mit großem Erfolg unseren gesamten Landkreis mit den informativen und auffälligen Brötchentüten versorgen konnten, sind wir stolz, diese innovative Idee mit den Frauenbüros und Bäckerinnungen gemeinsam weiter ins Land zu tragen“ erklärt die Frauenbeauftragte des Kreises Bergstrasse und Koordinatorin Susanne Herz.
„Die Brötchentütenaktion“ ermöglicht eine große Streuung und Erreichbarkeit in der Bevölkerung. So können die regionalen Hilfsangebote flächendeckend vor Ort bekanntgemacht werden und Betroffene sowie deren Umfeld zum Handeln ermutigt werden“, zeigte sich auch Landrat Matthias Wilkes von der Kampagne überzeugt.
Dass die Aktion leider auch absolut notwendig ist und die Bürger für das Thema sensibilisiert und aufgerüttelt werden müssen, machte die Leiterin der Polizeistation der Polizeidirektion Bergstraße, Cornelia Ludwig anhand von Zahlen deutlich. So gab es im vergangenen Jahr im Kreis Bergstraße bereits 239 angezeigte Straftaten häuslicher Gewalt, wobei die Dunkelziffer leider immer noch beträchtlich höher liege. Eine britische Studie besagt, dass Frauen im Schnitt sieben Jahre in einer Gewaltbeziehung leben bevor sie um Hilfe bitten.
Seit der Einführung des Gewaltschutzgesetzes im Jahre 2002 wurden hessenweit bis letztes Jahr 45.800 Fälle von Häuslicher Gewalt polizeilich erfasst.
Die kommunalen Frauenbüros und die Netzwerke gegen „Häusliche Gewalt“ freuen sich über die Zusammenarbeit mit den Bäckerinnungen, da hierdurch die weite Verbreitung erst möglich ist.
In zahlreichen Kommunen werben auch die Landräte und Bürgermeister/innen gemeinsam mit den Akteurinnen durch öffentlichkeitswirksame Aktionen.
Siegfried Gebhard, Obermeister der Bäckerinnung des Kreises Bergstraße überbrachte abschließend die gute Nachricht, dass bei der jüngsten Landesvorstandssitzung der Bäckerinnung beschlossen wurde im Jahr 2010 die Kampagne auf ganz Hessen auszuweiten.
Plakat zur Aktion:
Gewalt kommt mir nicht in die Tüte