Vielseitig
Es gibt viele Gründe, den Nibelungensteig zu gehen: ein Mix aus Landschaft, Kultur und Geschichte.
Traumhafte Bilderbuchpanoramen wechseln mit schattigen Waldpassagen und eindrucksvollen Waldbildern. Die faszinierenden Ausblicke von den Höhen der sonnenverwöhnten Bergstraße über die Rheinebene hinweg auf die Bergkette des Pfälzer Waldes, den Donnersberg und den Taunus bleiben ebenso in unvergesslicher Erinnerung wie das bunte Wechselspiel bewaldeter Kuppen, kleiner, vielfach verästelter Täler, langgestreckter Hubendörfer mit ihren prächtigen Hofreiten und Fachwerkbauten.
Stille Momente werden abgelöst durch spannende und erlebnisreiche Wegabschnitte vorbei an sagenumwobenen Felsformationen und durch kleine und große Felsenmeere. Höhepunkt ist der Durchstieg durch das Reichenbacher Felsenmeer, das beim Wanderer einen überwältigenden Eindruck hinterlässt, dem sich keiner entziehen kann.
Anspruchsvoll
Der Nibelungensteig von Zwingenberg nach Freudenberg am Main ist ein anspruchsvoller Wanderweg von über 4000 Höhenmeter auf über 124 km Länge.
Ein ständiges Auf und Ab auf zum Teil steilen, schweißtreibenden Pfaden ist eine Herausforderung für Jung und Alt. Es erwarten Sie unterwegs auch beschwerliche Streckenabschnitte. Gutes Schuhwerk ist daher erforderlich. Für jede Anstrengung und jede
Unannehmlichkeit werden Sie aber bei dieser Erlebniswanderung um ein Vielfaches entschädigt. Jeder Tropfen Schweiß wird durch einen traumhaften Ausblick belohnt.
Kultur
Der Odenwald verdankt seine Anziehungskraft und seinen Reiz nicht nur einer zauberhaften und abwechslungsreichen Landschaft, sondern auch seinen zahlreichen Burgen und Schlössern und seiner reichen Kulturgeschichte.
Es gibt nur wenige Regionen in Deutschland mit einer ähnlichen Dichte an landschaftlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten. Natur und Kultur haben diese Landschaft geprägt und sind eine unvergleichliche Symbiose eingegangen.
Die hohe Zahl an Burgen und Schlössern verweist auf die territoriale Zerrissenheit des Odenwalds im Mittelalter und das Gegen-, Neben- und Miteinander zahlreicher Adelsfamilien, die hier gelebt und geherrscht haben.
Unter ihnen auch solche, die durch Sagen und Legenden weithin bekannt wurden, wie z. B. der Frankensteiner und der Rodensteiner.
Neben den Burgen erinnern auch alte Wehrkirchen und Kapellen, Kreuze und Bildstöcke, malerische Fachwerkhäuser und stattliche Hofreiten ebenso an frühere Zeiten wie kleine Hirtenhäuschen und einfache „Einhäuser“, in denen Mensch und Tier unter einem Dach lebten.
Genuss
Die abwechslungsreiche und vielfältige Odenwälder Landschaft findet sich auch in einem reichhaltigen kulinarischen Angebot wieder. Neben den traditionellen Gerichten sind es oft einfache Rezepte aus Omas Küche, die von jungen Köchen vermehrt auf die Speisekarten gesetzt werden. Hierzu zählen u. a. gebackene Eier mit Blutwurst, Himmel und Erd’, saure Bohnen mit Wellfleisch, Kochkäs oder Handkäs mit oder ohne Musik, Hausmacher Wurst, selbst gebackenes Bauernbrot und selbst geräucherter Schinken.
Zu allem ein selbst gekelterter Äppelwoi oder ein erfrischendes Bier.
Die Kräuter- und Lammwochen im Frühjahr sowie die Kartoffel- und Wildwochen im Herbst locken mit einem breiten Angebot.
Ob erlesenes Menü am Abend oder Vespereinkehr in einer gemütlichen Dorfgaststube oder einem Biergarten, überall sind Gäste mit Rucksack und Wanderstiefel willkommen.

Als ganz besonderen Service wurde eine nutzerfreundliche Markierung angebracht.
Besonders erwähnenswert sind die zahlreichen Schutzhütten und Ruhebänke, die Wegweiser an den wichtigsten Wegkreuzungen, sowie die Informationstafeln an den vielen Sehenswürdigkeiten und Panoramatafeln an den Aussichtspunkten.
Gute Anbindungen mit öffentlichen Verkehrsmittel und Gepäcktransporte ergänzen diese Dienstleistungen und machen den Nibelungensteig zu einem attraktiven Angebot für anspruchsvolle Wanderer.
Da auf dem Nibelungensteig mehrere Höhenzüge überwunden werden, gibt es für den Wanderer herrliche Aussichtspunkte. Bis zu Rhein und Main, zu Taunus und Hunsrück führt der Blick. Im Süd-Westen sieht man Mannheim und Ludwigshafen, den Pfälzer-Wald und bei klarem Wetter sogar die Vogesen.
Text: Rainer Türk





