Viele lateinische Fachbegriffe kursierten am Samstag im Schnitzer-Saal des Museumszentrums. Die Fachgruppe Gräser der bundesweit organisierten Gesellschaft der Staudenfreunde (GdS) hatte Mitglieder und Gartenfreunde zu einem floralen Vortrag in die Klosterstadt geladen. "Von Lichtfängern und grünen Teppichen - Gräser für den Garten" nannte Referent Till Hofmann vom Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim seinen Beitrag.
"Die Stadt Lorsch blüht auf"Christine Bahlo, Leiterin der Regionalgruppe Bergstraße/Odenwald, freute sich, neben den knapp 30 angemeldeten Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet auch zahlreiche Gäste begrüßen zu dürfen und bedankte sich für die freundliche Unterstützung der Stadt. Im April fand bereits das "Bergsträßer Gartengespräch" in Lorsch statt, das auch für das nächste Jahr am gleichen Ort geplant ist. "Lorsch ist ein idealer Ort für uns. Die Stadt blüht auf", lobte die Fürtherin.
Die beim Wettbewerb Entente Florale gewonnene Silbermedaille sei eine stolze Auszeichnung für die tolle gärtnerische Arbeit. "Lorsch hat ein beeindruckendes Stadtbild."
In seinem reich bebilderten Vortrag ging Hofmann auf die vielen verschiedenen Arten von Gräsern ein und erklärte einzelne Exemplare im Speziellen. Die Mehrzahl der eindrucksvollen Bilder stammte aus dem Hermannshof. Aber auch Gräserstandorte in den Prärielandschaften der USA, im Hochgebirge der Schweizer Alpen oder im weichen Sand an norddeutschen Küsten wurden gezeigt.
Pampasgras und ZierrasenNeben den wunderschönen Bildern, die so manchen Gartenfreund ins Schwärmen geraten ließen, wurden den Zuhörern auch viele Informationen über die richtige Pflanzung und Pflege der Gräser vermittelt. Die Struktur, also die Wuchsrichtung der Pflanzen, und die Textur, das Webmuster ihrer Blätter, wurden ausführlich erklärt.
"Gräser sind das Haar der Mutter Erde", zitierte Till Hofmann den legendären Gärtner Karl Foerster. Vom hohen Pampasgras bis zum kurz geschnittenen Zierrasen wurden verschiedene Arten angesprochen. Das interessante Wechselspiel von Licht und Gegenlicht der Gräser und ihre Fähigkeit zum Lichteinfang im Herbst und Winter wurden anschaulich dargestellt.
Gräser können gerade in den herbstlichen Monaten für Licht und bunte Abwechslung im heimischen Garten sorgen. Auch für eine gelungene Gartengestaltung mit Gräsern und Stauden im Kontrast zur Architektur hatte Hofmann viele nützliche Tipps parat. Der Inhaber einer Staudengärtnerei verfügt über ein großes Fachwissen. Auf Nachfragen aus dem Publikum hatte er alle Pflanzennamen parat und wusste Charakteristisches über sie zu berichten.
Ihm gelang ein spannender und unterhaltsamer Vortrag. Die Gemeinschaft der Staudenfreunde besteht seit über 50 Jahren und hat bundesweit etwa 4 000 Mitglieder. Ziel der Vereinigung ist der Wissensaustausch über die mehrjährigen krautigen Pflanzen, deren Charakteristikum das Nicht-Verholzen ist, und die Information über die richtige Anlegung von Staudengärten.
Der Vortrag war ein Programmpunkt des dreitägigen Treffens der Fachgruppe Gräser, das die Regionalgruppe Bergstraße/Odenwald organisierte. In der Pause stellte Katharina Adams, Vizepräsidentin der GdS, ihr neues Buch "Gräser im Garten" vor. Am Mittag besuchten die Teilnehmer den Garten des Bensheimer Malers Siegfried Speckhardt.
Die Besucher waren vor allem von den spektakulären Gräsern und Farnen begeistert. Rita Speckhardt gäbe den Pflanzen den nötigen Raum, wodurch diese ihre großartige Wirkung entfalten könnten, schwärmte Christine Bahlo. Am Morgen besichtigte die Fachgruppe den Hermannshof in Weinheim. Die Besuche eines Gärtnereibetriebes in Wald-Michelbach und einer Staudengärtnerei in Groß-Umstadt bildeten den Abschluss des Programms.
© Artikel: Bergsträßer Anzeiger 01.09.2009
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