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Auf dem Weg zur ergebnisoffenen Sondersitzung

Zum Thema der zukünftigen medizinischen Versorgung in Lorsch, traf sich am vergangenen Freitag eine lokal-politische Runde zu einem Informationsgespräch. Diese setzte sich zusammen aus der Stadtverordnetenvorsteherin, den Fraktionsvorsitzenden, den Vorsitzenden des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Kultur- und Sozialaus-schusses, dem Bürgermeister und dem Ersten Stadtrat, dem Geschäftsführer der EGL und Vertretern der Ärztlichen Genossenschaft im Vorderen Odenwald ÄGIVO eG. Anlass gab die drohende Schließung der hausärztlichen Praxis der Doktoren Ute und Winfried Grätz und damit ein befürchteter Engpass in der medizinischen Versorgung der Be-völkerung. „Doch das Problem“, so Erster Stadtrat Klaus Schwab, „ist schon länger im Fokus der Stadt und der EGL.“ Noch ist die Versorgungslage in Lorsch laut Kassenärztlicher Vereinigung Hessen mit einer 111% ärztlichen Betreuung gut gesichert. Auch nach der potentiellen Schließung der Praxis in der Hirschstraße wird Lorsch eine 86% Ver-sorgungslage bescheinigt. „Doch auch angesichts weiterer zukünftiger, altersbedingter Praxen-Aufgaben, haben wir die Situation im Auge“, so Schwab, der derzeit Bürgermeister Schönung vertritt. 

Doch wurde die Situation nun im aktuellen Fall akut: Die ÄGIVO als mögliche Nachfolgerin in der Praxis Grätz, ist an die Stadt mit einer Finanzierungsbitte herangetreten: Soll die Praxis ab dem 1. April durch Ärzte der ÄGIVO weiter-betrieben werden, so stehen 40.000 € städtischer Zuschuss bei einer gleichgroßen Fördersumme durch das Land Hessen im Raum. Die ÄGIVO würde dann einen fünfjährigen Betrieb der Praxis garantieren.

Die städtischen Besprechungsteilnehmer haben nun in einem Schreiben die ärztliche Genossenschaft um weitere Unterlagen und Informationen gebeten. Dem voran steht jedoch die „fraktionsübergreifende und ausdrückliche Betonung, dass die Arbeit und die Initiative der ÄGIVO begrüßt wird“. Dennoch sollen verschiedene Unterlagen nach-gereicht werden: zum ein Busines-/Wirtschaftsplan, zum Zweiten eine Bescheinigung darüber, dass auch das Land Hessen mit gleicher Summe fördert, drittens die Finanzierungszusage durch das entsprechende Geldinstitut sowie viertens eine Bürgschaft in Höhe der staatlichen Förderung für eine ratenweise Rückzahlung, sollte die Praxis weniger als fünf Jahre betrieben werden. „Diese bei Förderprogrammen üblichen Unterlagen sollen die Sicherung der Förder-ziele und des öffentlichen Kapitals gewährleisten“, so der Geschäftsführer der EGL, Matthias Herbener.

„Gehen uns diese Angaben fristgerecht zu und sind nachvollziehbar und angemessen zu beurteilen, wird für Mittwoch nächster Woche (20.März) eine außerordentliche Stadtverordnetenversammlung einberufen, die dann über den Antrag entscheidet“, erläutert Klaus Schwab den knappen Zeitplan, den die ÄGIVO selbst vorgab. Hintergrund ist deren Ziel, die Praxis am 1. April eröffnen zu wollen. Doch natürlich braucht es eine politische Entscheidung darüber, ob ein zu-nächst privatwirtschaftliches Unternehmen eine solche Förderung erfahren soll oder nicht. Und diese kann schluss-endlich nur das Stadtparlament treffen, das sich dazu dann in einer, wie Schwab betont, ergebnisoffenen Sitzung treffen würde.

„Die Stadt Lorsch gemeinsam mit der EGL arbeitet an diesem Problem und an verschiedenen Lösungsansätzen schon länger“, sagt Matthias Herbener. Neben der ÄGIVO, ergänzt Klaus Schwab, stehe man in Kontakt zu den in Lorsch praktizierenden Hausärzten. Man wisse von einem am Standort Lorsch interessierten Mediziner und auch von einer Praxis, die anstrebe, diese um einen weiteren Arzt aufzustocken. Man sei darüber hinaus sowohl mit dem Kreis als auch mit der Kassenärztlichen Vereinigung im Gespräch. Schließlich gäbe es bekanntermaßen die Erwägung eines Ärztehauses in Lorsch. „Doch besteht hier bislang keine kommunalpolitische Zielvorgabe, die den Bau und Betrieb eines solchen Gesundheitszentrums betrifft“, umreißt Klaus Schwab dazu die städtische Position.