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„Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden“

„Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden | und tauscht bei ihnen seine Seele um.| Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm.“ Wieder einmal ist es Erich Kästner, der mit seiner unvergleichlichen Mischung aus Poesie und Nonchalance das, was wir Menschen aus der Begegnung mit den Bäumen mitnehmen können, treffsicher benennt. „Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden“ ist auch der nächste Leseschwarm am Mittwoch, den 13. Juni überschrieben, für die die mittlerweile regionalweit bekannte sechsköpfige Leseschwarm-Expertengruppe aus Lyrikfreundinnen und –kennern „Gedichte mit Bäumen“ zusammengetragen haben.

Nach den Wolken geht es nun also um die grünen Riesen der Natur und diese haben die Dichter durch alle Zeiten beschäftigt. Natürlich faszinieren Bäume, die, egal wie alt, doch immer wieder frisch ausschlagen: „Steinalt, nichts desto minder | stets wieder jung und grün“ dichtet etwa Fridrich Schiller in dem Poem „Der Baum“.  Friederike Mayröcker fühlt sich beim Anblick von Bäumen an die Kürze der menschlichen Existenz gemahnt: „wie groß wie klein bedenkst du wie kurz | dein Leben vergleichst du es mit dem Leben der Bäume“. Für Johann Wolfgang Goethe wird das nahezu zweigeteilte Blatt eines Ginko-Baumes zum Sinnbild seiner selbst: „Fühlst du nicht an meinen Liedern, | dass ich eins und doppelt bin?“

Doch es gibt auch weniger tiefgründige Betrachtungen unter den 35 ausgesuchten Gedichten, wozu – wen wundert’s – natürlich die „Bäume im Wald“ von Heinz Erhard gehört. Ehrhard macht sich Gedanken darum, dass auch Bäume einander überdrüssig werden könnten und dichtet: „Bäume, die lange zusammenstehen | können sich bald nicht mehr riechen und sehen, | weshalb oft Tannen, ja manchmal selbst Eichen, wünschen, sie könnten ganz heimlich entweichen“. Noch menschlicher wird’s bei Heinrich Heine, dessen schneebedeckter „Fichtenbaum“ von einer Palme in sonnengegerbter Landschaft träumt.

Schneien wird es wohl nicht am nächsten Mittwoch. Aber selbst Regen würde nicht so viel ausmachen, denn der nächste Ort, den der Leseschwarm anfliegt um sich zu versammeln, liegt im Vogelpark Birkengarten (Mannheimer Straße), unter Bäumen eben. Das dortige ehemalige Gaststättengebäude böte Zuflucht bei Schlechtwetter. Und was es dieses Mal in der Pause thematisch passend zur Gedichteauswahl zu essen gibt, dürfte unschwer zu erraten sein …

Leseschwarm –
Unstete Lyriklesung für Kulturschwärmer 2018

Dem Leseschwarm gehören an: Alice Schnitzer, Renate Heidler, Heidrun Scheyhing, Walter Wolfgarten, Ursula Ullrich, Elmar Ullrich.

-   Mittwoch, 13. Juni
„Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden“-Gedichte mit Bäumen; im Vogelpark Birkengarten. Bei Regen ebendort in der ehemaligen Gaststätte.

-   Mittwoch, den 18. Juli
„Den Stein der Weisen wollt‘ ich finden - Gedichte mit Steinen; Oleanderstraße in „Asturien“. Bei Regen im Schaudepot Zehntscheune.

-   Mittwoch, 29. August
„Ich weiß einen Stern…“ - Gedichte mit Sternen; auf der Wiese vor dem Martin-Luther-Haus. Bei Regen im Martin-Luther-Haus.

Beginn: Immer 19 Uhr.
Es wird kein Eintritt erhoben.