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STADT UND BÜRGERbüro

 

Gemeinsam für den Auerochsen

Zwei große Auerochsen-Zuchtprojekte vereinbaren enge Kooperation: Stichting Taurus (NL) und das Auerrindprojekt der UNESCO Welterbestätte Kloster Lorsch.

Zwei große europäische Auerochsen-Zuchtprojekte, Stichting Taurus aus den Niederlanden und das Auerrindprojekt der UNESCO Welterbestätte Kloster Lorsch, haben ihre Kooperation besiegelt. Dem vorausgegangen war eine Reihe von Gesprächen im niederländischen Keent und im südhessischen Lorsch vergangenen Februar und März. Die beiden Projektleiter Ronald Goderie von Stichting Taurus und Claus Kropp vom Lorscher Auerrindprojekt freuen sich auf die gemeinsame Herausforderung, einen adäquaten Ersatz für den 1627 ausgestorbenen Auerochsen zu züchten.

Die Vereinbarung zwischen den beiden Institutionen sieht vor allem die Teilung von Forschungsergebnissen in den Bereichen Auerochsen Morphologie, aDNA und DNA-Analysen in Zusammenarbeit mit den Forschungspartnern des Tauros-Programms vor, zu denen unter anderem das Institut für Zucht und Genetik der Universität Wageningen (NL) zählt. Zudem sollen in Kooperation mit dem Netzwerk „Rewilding Europe“ geeignete Kreuzungstiere zwischen beiden Partnern aus Deutschland und den Niederlanden getauscht werden. Diese werden dann zur Selektionszucht und für die Nutzung in ausgewählten „Rewilding-Areas“ innerhalb Europas eingesetzt. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Erhaltung der Zucht für die Gründerrassen. Da mehrere der in den beiden Projekten verwendeten Rinderrassen selten und im Bestand bedroht sind, darunter die der Sayaguesa, Pajuna und Maremmana primitiva, ist es eine Kernaufgabe, die jeweilige Rasse in Reinzucht im Bestand zu erhalten und zu fördern. Geplant sind daher die Entwicklung mehrerer Reinzuchtherden durch die beiden Partner sowie der Austausch geeigneter Zuchttiere zur Bewahrung und Verbreiterung der genetischen Basis.

Claus Kropp, Projektleiter des vom Land Hessen getragenen Lorscher Auerrindprojektes, sieht in der aktuellen Entwicklung enorm viel Potential: „Es war wirklich an der Zeit, dass sich die großen Zuchtprojekte bei ihren Bemühungen um den ausgestorbenen Auerochsen enger zusammenschließen. Mit einer kombinierten Infrastruktur, gemeinsamen Forschungsvorhaben und Zuchttieren wird es in Zukunft deutlich besser möglich sein, einer der einst wichtigsten Arten innerhalb unseres Ökosystems ein gewisses Comeback zu ermöglichen.“

Als erster aktiver Schritt der neuen Zusammenarbeit soll bis zum Sommer 2018 eine Zuchtgruppe des Tauros-Programms nach Deutschland gebracht werden und an geeigneten Zuchtstandorten des Auerrindprojektes für neuen Nachwuchs sorgen.

Weitere Informationen: www.kloster-lorsch.de

Über die Veröffentlichung der Meldung würden wir uns sehr freuen!

Bilder zum Download finden Sie unter:

http://www.kloster-lorsch.de/meta/presse/